Zaunkönig

Über den Film

Synopsis

Martin zelebrierte seinen Drogenkonsum exzessiv. Er hielt sein schillerndes Leben in einem Tagebuch fest, während sein Freund Ivo alles filmte, was sich bewegte. Sie wollten beide das Absolute, der Durchschnitt war ihnen nicht genug. Mit dem Tagebuch seines Freundes erzählt Ivo Zen die Geschichte seiner Generation – eine Geschichte von Freundschaft und der Sehnsucht, höher zu fliegen als alle anderen.

Der Film taucht in eine Zeit ein, als beide auf der Schwelle zum Erwachsenwerden standen. Das Schreiben von Texten und das Anfertigen von Bildern war dabei zentral. Wie viele Jugendliche aus der Generation der 1990er Jahre, waren Martin und Ivo hin- und hergerissen zwischen dem Impuls, mehr vom Leben zu erwarten, als es bieten konnte, und dem Wunsch auszubrechen. Der Übertritt ins Erwachsenenleben stellte eine Schwelle dar, die nicht nur mit Hoffnungen, sondern auch mit Verlusten und Ängsten einherging. Ivo Zen hat überlebt. Martin Felix starb mit 34 Jahren an seiner Sucht.

Im Film verwebt der Regisseur Ivo Zen Super-8-Aufnahmen aus seinem Archiv mit Tagebuchtexten von Martin Felix: Freunde und Zeitzeugen lesen aus dem Tagebuch vor, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einer Einheit. Die Frage nach dem "Warum" rückt in den Hintergrund. Die Frage "Was bleibt?" wird immer dringlicher.

Über die Chronik einer Jugend hinaus wird Ivo Zens Spurensuche zum Spiegel einer von Wohlstand und Ordnung geprägten Gesellschaft, in welcher Verweigerung und Selbstzerstörung bis heute etwas Verlockendes haben.

Protagonisten

Jean-Claude Campell

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«Ich glaube, dass ich mich berauscht und bekifft habe, weil ich die Verantwortung für meine Mutter nicht übernommen habe, als sie im Sterben lag. Leider kommt diese Erkenntnis 20 Jahre zu spät.» Jean-Claude Campell, Ivos ältester Freund

Ivan Beer

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«Jedes wertvolle Leben ist mit einem Risiko verbunden. Das hat Martin gelebt. Er ist ein grosses Risiko eingegangen und ist dabei draufgegangen.» Ivan Beer, Jugendfreund

Martin Felix

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«Heb Di! Welch wunderbarer Ausdruck! Das Leben ist ein Juwel.» Martin Felix

Ivo Zen

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«Wir wollten beide hoch hinaus, irgendwohin fliegen, wo uns niemand folgen könnte. Bis mit den Ansprüchen des Lebens die Angst kam, nicht zu genügen.» Ivo Zen, Regisseur

Christine Felix

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«Nachdem Martin gestorben und beerdigt war, beobachtete ich in der Stadt alle jungen Leute und dachte mir: Ihre seid alle so lebendig, so lebendig. Das tönt blöd aber genau das habe ich gedacht.» Christine Felix, Mutter

Katarina V.

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«Mir gefiel, dass Martin mich liebte. Für mich war er ein grosser Bruder, der mich in Schutz nahm, wenn ich ungerecht behandelt wurde und auf der Strasse auf mich aufpasste.»

Martin Ghisletti

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«Ich hätte mit Martin in unser Ferienhaus gehen können, um ihn so für drei Monate den Drogen zu entreissen. Wieso ich es nicht getan habe? Ich weiss es nicht.» Martin Ghisletti, Schulfreund

Regie

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Ivo Zen ist 1970 in Santa Maria, Val Müstair geboren und dort aufgewachsen. Mit 15 verliess er das abgelegene Bergtal, um an der Kantonsschule in Chur das Gymnasium zu absolvieren. Nach der Matura folgte ein wildes Zwischenjahr, dann zwei Jahre Architekturstudium an der ETH in Zürich, wo er Video und Fotografie für sich entdeckte. Anschliessend arbeitete er in einer Buchhandlung, realisierte Experimentalfilme und begann 1996 sein Super-8 Tagebuch. 2003 diplomierte Ivo Zen an der Ecole Supérieure des Beaux-Arts Genève, Abteilung Film/Video. Ein Jahr später gründete er mit anderen Filmemacherinnen die unabhängige Produktionsstruktur Alva Film, Genève. Es folgten Lehraufträge für Dokumentarfilm an der Haute Ecole d’Art et Design, HEAD Genève. Als Präsident der Interessenvertretung «Cineasts independents rumantschs, CIR» setzt er sich seit 2010 für den rätoromanischen Film ein. Zweimal erhielt er das Werkstipendium des Kantons Graubünden. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Zürich.

Preise

Beste Film Musik
Max Ophüls
Preis 2017
Offizielle Selektion
Solothurner
Filmtage 2017

Technische Details

Resolution
HD
Format
DCP
Länge
78min
Seitenverhältnis
16:9
Farbe
Ja
Jahr
2016
Original Sprache
Deutsch/Schweizerdeutsch
Untertitel
De/Eng/Franz
Land
Schweiz
ISAN
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Credits

Protagonisten

Ivo Zen

Christine Felix

Ivan Beer

Martin Ghisletti

Katarina V.

Lorenz Felix

Jean-Claude Campell

Marry

Philipp


Regie

Ivo Zen


Buch

Ivo Zen, Hercli Bundi


Montage

Tania Stöcklin


Kamera

Ulrich Grossenbacher


Ton

Ivo Schläpfer, Mike Lawson


Musik

Ilja Komarov, Trixa Arnold


Archivmusik

Disco Doom, Fragment


Stimme Martin

Flurin Giger


Stimme Ivo

Henrik Zimmermann


Stimme Ivo Englisch

Kaleo La Belle


Produzent

Hercli Bundi


Produktion

Mira Film


Associate Producer

Vadim Jendreyko


Produktionsleitung

Peter Zwierko


Marketing und Outreach

Susanne Guggenberger


Online/DCP

Andromeda Film 


Lichtbestimmung

Paul Avondet


Tonmischung

Daniel Hobi


Mastering

Christof Steinmann, Magnetix


Koproduzent

Schweizer Radio und Fernsehen SRG SSR


Redaktion SRF

Urs Augstburger 


Mit finanzieller Unterstützung von

Zürcher Filmstiftung 

Kulturförderung Kanton Graubünden 

Fachausschuss Film und Medienkunst BS/BL 

Kulturfonds Suissimage 

Bundesamt für Kultur

Succès Passage Antenne

Ernst Göhner Stiftung

UBS Kulturstiftung

Stiftung Bündner Suchthilfe

Stiftung Stavros S. Niarchos, Chur

Stadt Chur

Beitragsfonds der Graubündner Kantonalbank 

Entwickelt im Rahmen von Sources 2